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    德文短篇:Seelenspiegel

    时间:2011-10-31来源:互联网 字体:[ | | ]  进入德语论坛
    (单词翻译:双击或拖?。? 标签: 德文短篇

     Als Karl zum Fenster hinaus schaute, konnte er nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden. Sein Blick ruhte auf dem Alten Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert. In der späten Nachmittagssonne strahlte das denkmalgeschützte Bauwerk eine besondere Ruhe aus. 

    Zur gleichen Zeit saß Sheryll im ICE von Köln nach Frankfurt. Seit der Fertigstellung der neuen Schnelltrasse beträgt die Fahrtzeit nur noch 77 Minuten. Aber sie achtete nicht auf die Geschwindigkeit. Ihre Gedanken kreisten um die Fertigstellung des Projekts. Auch sie konnte nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden. 
    Konzentriert blickte sie aus dem Fenster. Die wunderschöne Landschaft, die an ihr vorbeizog, nahm sie nur in Bruchstücken wahr. Die gestrige Auseinandersetzung mit ihrem Chef lief immer noch wie ein Film vor ihrem inneren Auge ab. Herr Andresen hatte harte, klare Worte benutzt. Wenn sie die Organisation für das neue Projekt nicht in den Griff bekäme, wäre es an der Zeit sich um einen neuen Job zu bemühen. Es gäbe Hunderte Bewerber auf ihre Stelle, die allesamt eine höhere Qualifikation besäßen und sich den Rücken für diesen Job krumm machen würden. Dieser strafende Tonfall und diese Dunkelheit in Herrn Andresens Augen hatten bei Sheryll schon immer ein komisches Gefühl ausgelöst, doch diesmal ärgerte sie sich viel mehr über die aufgesetzte Freundlichkeit, mit der er die letzten Sätze betonte: "Ich weiß ja Sie sind eine der Besten in ihrem Fach. Sie werden das schon schaffen, die Firma zählt auf Sie!" 
    Eine Lautsprecheransage riss Sheryll aus ihren Gedanken. Doch sie ließ sich nur kurz ablenken. Sofort hatte sie wieder dieses beklemmende Gefühl. Jedes Mal schaffte es Herr Andresen, sie in diese Stimmung zu versetzen. Zuerst musste sie sich anhören wie verzichtbar sie für die Firma war und dann, im nächsten Moment, war sie wieder die Sheryll auf die man zählen konnte. Ständig wollte man sie besser haben als sie ist, verlangte Dinge, die ihr unmöglich waren. Und wenn sie sich dennoch bemühte, war sie nicht qualifiziert genug und wurde von ihrem Chef auf den Boden seiner "Tatsachen" zurückgeholt. Tatsachen, die nur Tatsachen waren, wenn Herr Andresen sie zu Tatsachen machte. 
    "In wenigen Minuten erreichen wir Frankfurt/Main Hauptbahnhof. Dieser Zug endet hier. Wir bitten alle Fahrgäste auszusteigen." Sheryll schreckte aus ihren Gedanken auf. Mit ihrer Reisetasche über der Schulter stieg sie aus dem Zug und verließ den Bahnhof. In den Händen hielt sie eine kleine Karte, die ihren Weg zum Hotel beschrieb. Sie könne es gut zu Fuß erreichen, hatte man ihr zuvor in Köln erklärt. Es war ein schöner, sonniger Tag und sie beschloss, sich die Stadt später anzusehen. Jetzt wollte sie erst mal auf dem schnellsten Weg einchecken, sich ein wenig ausruhen und abschalten. Der Weg zum Hotel führte durch die Fußgängerzone, in der es von Menschen nur so wimmelte. Maler malten kleine Kunstwerke auf die heißen Pflastersteine, Kinder tobten an einem kleinen Brunnen und überall verteilten sich Musiker und sorgten für noch mehr Menschenansammlungen. Doch Sheryll bemerkte all dies nicht. Ihr Blick war auf den Boden gerichtet und ihre Gedanken kreisten immer noch um ihren Chef. Warum konnte sie nicht einfach gut genug sein, so wie sie war? Warum konnte man sie nicht endlich einfach so sehen wie sie wirklich war? Seit ihrer Kindheit stellte sich Sheryll diese Frage. 
    Währenddessen hatte Karl die Ruhe in seinem Hotelzimmer genossen. Er war schon seit Tagen hier und eigentlich hatte sich nichts geändert. Die Hotelzimmer hatten, wie jedes Jahr, die selbe Farbe und das Essen war nach wie vor gut. Das selbe Zimmermädchen war noch immer für diesen Teil des Flures zuständig, die Frankfurter waren immer noch Frankfurter und er war immer noch allein. Er war zum hundertsten Mal alleine hier, kannte sein Erste-Reihe-Publikum noch immer ganz genau und alle kamen wie erwartet, wenn er abends den Marktplatz unsicher machte. Ein paar Mädels warteten vor dem Hotel. Es waren die selben wie immer. Karl war Musiker und verdiente mit selbstgeschriebenen Songs und ein paar produzierten CDs seine Brötchen. Es hielt ihn nie lange an einem Ort und er war froh, wenn seine Abreise näher rückte. Eine neue Stadt bedeutete für ihn immer neues Glück und das hatte er auch jetzt schon wieder bitter nötig. Die letzten Tage lagen ihm noch immer schwer im Magen. Er hatte mit seinem Manager in den Haaren gelegen. Seine Songs seien nicht mehr gut genug und er müsse sein Image mehr pflegen. Mehr auf die kleinen Mädchen eingehen solle er. Karl gefiel die Strategie, die sein Manager fuhr, überhaupt nicht. Er verstand nicht, was er den Fans noch alles geben sollte. Sein dauerhaftes Lächeln besaßen sie schon und seine Gedanken, die er mit seiner Stimme zum Besten gab. Er machte Fotos mit ihnen, nahm sich Zeit für Unterhaltungen und machte den Affen, nur damit die Show gut lief - und jetzt sollte er bessere Songs schreiben? Die Songs kamen direkt aus seinem Herzen, er sang sie mit der ganzen Tiefe seiner Seele, wie sollte er da noch mehr geben? Was sollte er an sich ändern? Er war schon lange nicht mehr er selbst und wenn er es mal war, musste er sich dieses Gerede über Imagepflege anhören. 
    "Rrrring!" Karl erschrak. Schon wieder dieses Klingeln. Sein Handy klingelte oft ununterbrochen und meistens waren es Fans, die ihn sprechen wollten. Den Karl, den sie kannten, der er aber nicht war. Genervt stellte er das Handy ab. Warum können mich diese Leute nicht einfach mal so nehmen wie ich bin? Karl nahm seine Gitarre und begann zu singen: "Won´t you please take me, won´t you please don´t break me down when I break free... all inside of me... set me free." Eine ganze Weile hatte Karl an seinem Song geschrieben, bis nur noch eine halbe Stunde bis zum Auftritt blieb. Schnell zog er sich um und machte sich auf den Weg zum Marktplatz. 
    In der Zwischenzeit hatte Sheryll in ihrem Hotel eingecheckt. Sie hatte gegessen und sich ein wenig ausgeruht und war nun bereit für ihren kleinen Spaziergang. Die Sonne schien noch immer und Sherylls Stimmung erhellte sich. Sie bummelte langsam an Geschäften vorbei und hielt hier und da mal an um einem Maler zuzusehen oder einem Geschichtenerzähler zuzuhören. Bei einem Erzähler blieb sie besonders lange stehen. Er erzählte von einer Begebenheit, die sich vor vielen Jahren zugetragen haben sollte und einem Fluch der seitdem auf einem verwunschenen Schloss läge. Als Sheryll aufblicke hatte sich unweit vor ihr eine Traube von Menschen angesammelt. Neugierig schlängelte sie sich durch die Menschenmasse und stand vor einer kleinen Bühne. Auf der Bühne war niemand zu sehen, so beschloss sie weiterzugehen. Plötzlich setzte ohrenbetäubendes Geschrei ein. Ein junger Mann trat auf die Bühne und stimmte seine Gitarre an. Sheryll beschloss, sich wenigstens ein Lied anzuhören. Der junge Mann auf der Bühne war Karl. Er fing sein Programm wie üblich an und hatte die Masse schnell im Griff. Sheryll hatte diesen Sänger noch nie zuvor gehört oder gesehen. Sie hatte Freude an seiner Musik, tanzte und lächelte zufrieden. Karls Augen wanderten durch das Publikum. Sein Blick blieb an Sheryll hängen. Er konnte sie gut sehen, obwohl sie hinter all den vielen Menschen stand. Viele waren größer als sie, stärker, hübscher. Doch Karl sah sie ganz nah vor sich. Er machte eine perfekte Show. Lachte, tobte, riss seine Witze und nebenbei sah er sie - Sheryll. Er sah eine weinende, zerbrechliche, junge Frau. Sah er sie denn nicht tanzen? Auch Sheryll bemerkte Karls Blick und erfasste ihn in einem Bruchteil einer Sekunde. Auch sie sah ihn. Klar und deutlich. Sie sah einen weinenden, zerbrechlichen, jungen Mann. Aber hörte sie ihn nicht lachen? Für einen Moment schien die Welt still zu stehen. Verwirrt suchte Sherryl das Weite. Sie bahnte sich ihren Weg durch die Menge und lief zurück zum Hotel. Irgendetwas am Anblick des Sängers hatte sie tief berührt. So tief, dass sie kaum atmen konnte. Währenddessen erklang auf dem Marktplatz Karls letztes Lied. Heute gab er keine Zugaben. Irgendetwas hatte auch ihm die Luft zum Atmen genommen und er wusste, dass es mit dieser jungen Frau zu tun hatte. So schnell wie möglich beendete er seinen Auftritt und ging zurück ins Hotel. Er ließ seine Fans enttäuscht zurück und verkroch sich in seinem Bett. Wer war diese Frau und warum hatte sie so sehr geweint? Warum berührte ihn eine fremde Frau so sehr? 
    Am nächsten Morgen stand Karl schon früh auf. Er wollte den gestrigen Tag hinter sich lassen und einen Spaziergang machen. Draußen angekommen hatte er seine Fans schnell abgehängt. Seine Gedanken kreisten immer noch um die junge Frau von gestern Abend. Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Erschrocken blickte er sich um. Er mochte nicht, wenn man ihn einfach so anfasste. Zu seinem Erstaunen stand eine alte Frau hinter ihm. Sie hatte langes, weißes Haar und schaute im tief in die Augen. "Sie hat nicht geweint." Karl wusste nicht, was die Frau von ihm wollte; doch er ahnte, dass sie von der jungen Frau sprach, die ihn so sehr berührt hatte. Bevor er etwas sagen konnte sprach die alte Frau weiter: "Du bist gestern nicht ihr begegnet, mein Junge. Du bist dir selbst begegnet." Karl wusste nicht wie ihm geschah. Als er sich gefangen hatte, hatte sich die alte Frau sich schon auf den Weg gemacht. "Aber, aber wer sind Sie?", aufgeregt rief Karl ihr nach. "Ich bin die Wahrheit mein Junge, ich bin die Wahrheit." Karl traute seinen Augen nicht, denn ohne ein weiteres Wort verschwand die alte Frau im Nichts. Er wusste nicht wo er nach ihr suchen sollte und ob sie überhaupt real gewesen war. So blieb er erstarrt an seinem Platz zurück. Ich hätte ihr einfach nur folgen müssen, dachte er bei sich. Er hätte sie finden können und vielleicht wusste sie, wo er die junge Frau von gestern wiederfinden würde. Karl dachte noch lange nach. Die Frau hatte sich die Wahrheit genannt und Karl beschloss, der Wahrheit zu folgen, egal wie viel Vorsprung sie hatte. Irgendwann würde er sie einholen, auch wenn er sie nicht mehr sehen konnte und nicht wusste in welche Richtung sie gegangen war. Irgendwann, irgendwo würde er sie finden, dessen war er sich sicher. Auch Sheryll begegnete an diesem Tag der Wahrheit. Auch sie beschloss der Wahrheit zu folgen, ganz egal wohin sie sie führen würde. 
    Sheryll und Karl wussten, dass sie sich über die Wahrheit wiederfinden würden und wenn sie sich irgendwann, irgendwo wiedersehen werden, werden sie nicht nur die Wahrheit gefunden haben, sondern auch einen Menschen, den sie aus ganzem Herzen und mit ganzer Seele lieben können. 
     
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